Fenaco lanciert Klimafutter für Kühe

15. Juli 2021 11:47

Bern - Die Agrargenossenschaft fenaco stellt der Milchviehwirtschaft ein klimaschonendes Futtermittel zur Verfügung. Zusatzkosten entstehen dabei nicht. Der Swiss Climate Feed der fenaco-Tochter UFA reduziert den Methanausstoss von Milchkühen um 10 bis 20 Prozent.

Fenaco hat ein klimaschonendes Futtermittel für Milchkühe eingeführt. Nach Angaben der Agrargenossenschaft reduziert es den Methanausstoss der Tiere um 10 bis 20 Prozent. Hergestellt wird es von ihrer Tochter UFA. Das Mineralfuttermittel UFA 295 Biotin USCF (UFA Swiss Climate Feed) enthält den natürlichen Futtermittelzusatzstoff Agolin Ruminant der Schweizer Firma Agolin SA.

In der Schweiz verursacht die Landwirtschaft rund 13 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen, zu denen Methan zählt. Der Effekt von Methan ist rund 25-mal so gross wie der von CO2. In der Nutztierhaltung stossen die rund 550'000 Schweizer Kühe beim Verdauen rund 75'000 Tonnen Methan aus. Das entspricht 1,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

In wissenschaftlichen Versuchen und Feldtests ist laut fenaco nachgewiesen worden, dass das Futtermittel die Verdauung der Kühe verbessert und dadurch die Methanemissionen senkt. Dies bestätige auch der Swiss Clean Tech Report 2020 des Bundes. Demnach beträgt das gesamte Reduktionspotenzial für Schweizer Milchkühe mehrere 100'000 Tonnen CO2-Äquivalente.

„Mit dieser Innovation wird die Milchproduktion umweltfreundlicher und klimaschonender“, wird der Vorsitzende der UFA-Geschäftsleitung, Paul Steiner, zitiert. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Kühe mit weniger Futter mehr Milch produzieren. Ausserdem würden sie das Futtermittel gern fressen.

Landwirtinnen und Landwirte erhalten dieses klimaschonende Futtermittel von der UFA seit Markteinführung im Mai ohne Zusatzkosten. Als Gegenleistung treten sie die Emissionsreduktionsrechte ab, die durch das Verfüttern erzielt werden. Bei erfolgreicher Validierung könnten die Emissionsreduktionen ab Herbst zu CO2-Zertifikaten umgewandelt werden. „Das ist eine Win-win-Situation“, so Anita Schwegler, Leiterin Nachhaltigkeit und Umwelt bei der fenaco. „Deshalb gehen wir in eine finanzielle Vorleistung und ermöglichen damit ab sofort einen Beitrag zum Klimaschutz.“ mm

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