Autoneum übernimmt Borgers Automotive

09. Januar 2023 14:46

Winterthur/Bocholt - Der Autozulieferer Autoneum erwirbt das insolvente Automotive-Geschäft der Borgers Automotive Gruppe im deutschen Bocholt. Die Übernahme in Höhe von 117 Millionen Euro will Autoneum mit Hilfe eines Kredits finanzieren.

Autoneum hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Automotive-Geschäfts von dem deutschen Zulieferer Borgers mit Sitz in Bocholt unterzeichnet. Der Winterthurer Hersteller von Akustik- und Wärmemanagementlösungen für Fahrzeuge übernimmt laut einer Medienmitteilung Borgers Automotive aus Insolvenz. Die Zustimmung der Behörden wird im April erwartet.

Den Unternehmenswert von 117 Millionen Euro will Autoneum zunächst über einen Kredit finanzieren. Langfristig soll die Übernahme über eine Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Franken refinanziert werden. Die beiden grössten Aktionäre von Autoneum, Artemis Beteiligungen I AG und PCS Holding AG, haben den Angaben zufolge bereits zugesagt, an der Kapitalerhöhung entsprechend ihrer Beteiligungen teilzunehmen. 

Die Transaktion generiert unter Berücksichtigung der Kapitalerhöhung von Beginn an einen positiven Ergebnisbeitrag pro Aktie. Der weltweit aktive Zulieferer Autoneum hat mit Borgers Kunden bereits neue Preisstellungen und Lieferbedingungen vereinbart und erhofft sich „mit dem Produktportfolio von Borgers mittelfristig weitere Umsatzpotentiale für profitables Wachstum auch ausserhalb von Europa“.

Borgers stellt wie Autoneum textile Schallisolierungen, Dämmungen und Verkleidungen für Automobile her und ist Bereich der textilen Radlaufschalen Marktführer in Europa. Darüber hinaus verfügt Borgers ebenso wie Autoneum über nachhaltige und vollständig rezyklierbare Produkte.

„Die Technologien und Produktportfolios der beiden Unternehmen ergänzen sich in idealer Weise“, wird Matthias Holzammer, Chief Executive Officer von Autoneum, in der Medienmitteilung zitiert. Daher wolle Autoneum Borgers mit seinem technischen Kompetenzzentrum am Standort Bocholt in seine bestehende globale Produktentwicklungs- und Kundenstrategie integrieren. ko

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