Kleine Privatbanken sollten Prozesse modernisieren

07. Februar 2022 14:36

Zürich - Die Unternehmensberater von PwC raten kleinen Privatbanken im Rahmen einer Marktstudie, stärker in die Digitalisierung und die Modernisierung ihrer Prozesse zu investieren. So könnten sie ihre Marktstellung gegenüber kleinen Retailbanken verbessern.

PwC führt in seiner Marktstudie „Market Insights 2022 – Private & Retail Banking Switzerland“ mehrere Gründe dafür an, dass für kleinere Schweizer Privatbanken „die Luft dünner wird“. Im Gegensatz zu „florierenden" Retailbanken spiele beim Private Banking die Grösse eine zentrale Rolle.

Während die grossen Privatbanken von einer starken Markenidentität, internationaler Präsenz und differenziertem Service profitierten, hätten kleinere Institute mit hohen Betriebskosten zu kämpfen. Deshalb könnten die grossen unter ihnen „einen signifikant höheren RORE (operative Rendite auf dem regulatorisch erforderlichen Eigenkapital) generieren“, heisst es dazu auch in einer Medienmitteilung.

So erzielten die grossen Privatbanken 2020 einen operativen RORE von durchschnittlich 38 Prozent. Kleine und mittlere Institute lagen dagegen nur bei gut 10 Prozent. Die relativ solide Entwicklung im Retailbanking im Vergleich zum Private Banking habe nach Einschätzung von PwC mit der geringeren Bedeutung des verwalteten Vermögens zu tun. Damit seien Retailbanken weniger stark von den globalen Finanzmärkten abhängig. Zudem müssten kleinere Privatbanken trotz ihrer bescheidenen Grösse eine vollwertige Compliance sowie Back-Office-Funktionen unterhalten.

PwC empfiehlt kleinen Privatbanken, in die Digitalisierung und die Modernisierung ihrer Prozesse zu investieren. Alternativ böte es sich auch an, Leistungen extern einzukaufen. Als positives Beispiel dafür führt PwC die Hypothekarbank Lenzburg an. Mit ihrem Open-Banking-Produkt Finstar habe sie eine Vielzahl von Kunden hinzugewonnen. mm

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