KMU zögern bei Arbeit mit Daten

02. Oktober 2020 11:52

Winterthur - Viele KMU verkennen die Dringlichkeit, mit Daten zu arbeiten und sie für neue Dienstleistungen zu nutzen. Nur halb so viele KMU wie Grossunternehmen verfügen über spezielles Wissen dazu. Dies zeigt eine internationale Studie im Bodenseeraum unter Leitung der ZHAW School of Engineering.

Die School of Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im Rahmen des Projekts Data4KMU der Internationalen Bodensee Hochschule KMU im Bodenseeraum befragt, welchen Stellenwert datengesteuerte Dienste für sie haben. Für ihre Studie verglich sie die Ergebnisse mit den Angaben von Grossunternehmen. Laut einer Medienmitteilung der ZHAW gaben rund 80 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie noch nicht wissen, was mit den vorhandenen Daten überhaupt gemacht werden kann. Hier zeigten sich erhebliche Unterschiede: 30 Prozent der Grossunternehmen glauben, dass das notwendige Wissen zur Nutzung von Daten im Unternehmen vorhanden sei. Bei den KMU lag dieser Anteil nur bei 15 Prozent. 

Deutlich weniger KMU als Grossunternehmen (fast 70 Prozent) rechneten damit, dass Data Science in fünf Jahren eine erheblich grössere Bedeutung zukommen wird als heute. Nur zwei Drittel der befragten KMU „scheinen davon auszugehen, dass Daten ihr künftiges Geschäft beeinflussen werden“.

Als Gründe für das zögerliche Verhalten der KMU erkennt die ZHAW, dass sogenannte weiche Faktoren wie fehlendes Wissen oder die Dringlichkeit höher gewichtet werden als harte Faktoren wie Sicherheitsbedenken oder Kosten. Zudem hält rund ein Drittel der KMU die eigene Firmengrösse für eine hohe Hürde.

„Bei den datenbasierten Dienstleistungen abseits zu stehen, kann für KMU riskant werden“, wird Studienleiter Dr. Jürg Meierhofer in einem Bericht der ZHAW über diese Studie zitiert. „Vielen KMU ist nicht genügend bewusst, wie schnell Daten und deren Nutzung für neuartige Services zu einem kritischen Erfolgsfaktor am Markt werden können.“ mm

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