Onlinehändler müssen Zusatzleistungen bieten

22. Oktober 2019 14:07

Winterthur/Zürich - Schweizer Onlinehändler bieten immer mehr Zusatzleistungen an, um im Wettbewerb mit ausländischen Händlern zu bestehen. Dennoch kaufen Konsumenten elektronisch zunehmend im Ausland ein. Das zeigt eine Studie der ZHAW und der HWZ.

Der Wettbewerbsdruck im elektronischen Handel ist gross. Inzwischen genügt es nicht mehr, dass eine Ware im Internet bestellt werden kann und irgendwann beim Kunden eintrifft. Laut einer Studie, welche die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und die Hochschule für Wirtschaft (HWZ) im Auftrag der Schweizerischen Post erstellt haben, bieten deshalb viele Schweizer Onlinehändler Zusatzleistungen an. So kann bei 48 Prozent der Händler der Verlauf der Sendung nachverfolgt werden, 34 Prozent der Händler kündigen den Zeitpunkt der Zustellung an. Bei 54 Prozent der Händler ist der Versand kostenlos, bei 28 Prozent können die Produkte kostenlos zurückgeschickt werden, heisst es in einer Mitteilung der ZHAW zur Studie. 

Damit treffen die Schweizer Händler einen Nerv der Konsumenten: 76 Prozent der Käuferinnen und Käufer halten die Verfolgbarkeit der Sendung für wichtig, 74 Prozent legen auf die Ankündigung des Zustellungszeitpunkts wert.

Noch ist mit Ricardo ein Schweizer Anbieter am beliebtesten: 80 Prozent der Onlinekäufer greifen hier zu. Mit Amazon, das auf 76 Prozent kommt, steht ein ausländischer Anbieter bereits auf Platz zwei. Bei Digitec Galaxus kaufen 67 Prozent der Onlinekäufer ein. Der chinesische Wettbewerber Wish kommt bereits auf 40 Prozent. AliExpress erreicht 35 Prozent – drei Jahre zuvor waren es erst 21 Prozent. 

Schweizer Onlinehändler haben gegenüber der ausländischen Konkurrenz einen grossen Nachteil: Sie können kaum exportieren, die Hürden sind zu hoch. „Die Zölle und Zollabwicklung sind im Digital Commerce die grösste Hürde für den Export“, wird Studienautor Darius Zumstein von der ZHAW in der Mitteilung zitiert. „Zudem hindern ausländische Gesetze die Schweizer Hersteller und Händler am Export.“ stk

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