Pandemie bremst Energie- und Umwelt-Start-ups

19. Juli 2021 12:46

Winterthur - Die COVID 19-Krise hat bei vielen Start-ups den Zugang zur Kundschaft und die Expansion ins Ausland erschwert. Die Zufriedenheit mit dem Schweizer Unterstützungssystem zeigt laut einer Umfrage des ZHAW-Innovation Monitors regionale Unterschiede.

Der Swiss Environment and Energy Innovation Monitor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) dokumentiert, dass die Pandemie im vergangenen Jahr für 58 Prozent der befragten Start-ups des Sektors negative Auswirkungen hatte. 15 Prozent waren „sehr negativ“ betroffen. 18 Prozent konstatierten positive Effekte. Doch laut einer Medienmitteilung der ZHAW zeigen sich auch regionale Unterschiede. So fühlten sich im Tessin mit 67 Prozent deutlich mehr Start-ups von COVID 19 negativ beeinflusst als im Schweizer Durchschnitt. Auch in der Westschweiz liegt der Wert mit 61 Prozent über dem Mittel.

Wie die ZHAW weiter mitteilt, hätten von 126 der Start-ups, die an der Umfrage teilnahmen, 34 Prozent die Krise ohne externe Hilfe überstanden. 56 Prozent erhielten Unterstützung durch Kredite oder Kurzarbeit. Doch auch hier verteilt sich die Zufriedenheit mit den Unterstützungsleistungen unterschiedlich: In der Deutschschweiz fühlten sich fast 60 Prozent der Start-ups gut unterstützt. In der restlichen Schweiz gilt das nur für etwa 30 Prozent.

Wie die ZHAW weiter mitteilt, scheinen Start-ups, die Privatpersonen als Kundschaft ansprechen, weniger von der Pandemie betroffen zu sein als Jungunternehmen, deren Partner Energieversorger oder Behörden sind. Auch manche Expansionspläne ins Ausland seien durchkreuzt worden. Ein Drittel der expandierenden Unternehmen gab an, dass die Krise ihre diesbezüglichen Aktivitäten verlangsamt oder gestoppt habe. Investitionsgespräche hätten länger gedauert oder Investoren ihre geplanten Finanzierungen abgesagt.

Etwa die Hälfte der Start-ups, die eine Finanzierung benötigten, hätte sich in den vergangenen drei Jahren Investitionen sichern können, 20 Prozent sogar drei Jahre in Folge. „Insgesamt schätzen wir die Investitionen der 51 erfolgreichen Start-ups dieser Umfrage auf mehr als 100 Millionen Schweizer Franken“, so die Mitteilung. mm

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